Der Arbeitseinsatz fand in Esperantina selbst statt, einer Siedlung (ca. 10 000 Einw) ca. 600 km nördlich von Palmas/Tocantins, die erst 1991 zur Stadt erklärt wurde. Die Region Bico do Papagaio am Zusammenfluss von Rio Tocantins und Rio Araguaia ist ein sehr junges Kolonisationsgebiet, ca. 5 Grad südlich des Äquatorts. Dort haben Siedler aus ganz Brasilien Land bekommen, das sie bewirtschaften in der Hoffnung, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Die Lebensbedingungen sind sehr ärmlich, die Kindersterblichkeit liegt bei 51,18%, der Lebensstandard (HDI 0, 396%) entspricht in etwa dem von Ruanda, die Analphabetenrate liegt bei 34%. Generell kann man sagen, dass dort extreme Armut herrscht.
 

Die Comunidade Kolping Santa Terezinha befindet sich in der Stadt Esperantina im nördlichen Bundesstaat Tocantins, bekannt als Bico do Papagaio (Papageienschnabel). Nach dem brasilianischen Institut für Geographie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística – IBGE) leben in der Stadt 8.901 Personen, das örtliche Sekretariat für Gesundheit (Secretaria Municipal de Saúde) schließt nach einer Umfrage auf circa 12 000 Einwohner. Ausserdem liegt nach Informationen des Sekretariats fuer Gesundheit die Kindersterblichkeitsrate bei 51,18%. Der Human Development Index - HDI liegt bei 0,396%, die Zahl der Analphabeten ist sehr hoch und liegt bei ungefähr 33,95%.

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 Flagge des Bundesstaates Tocantins

Esperantina ist im Jahr 1991 zur eigenständigen Stadt geworden und gab somit vielen Familien die Hoffnung eigenes Land zu bekommen, um zu arbeiten und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Die Familien kommen aus den Bundesstaaten Maranhão, Piauí, Ceará oder anderen Bundesstaaten im Norden oder Nordosten. Die meisten Menschen leben von familiärer Landwirtschaft. Ausserdem werden ihnen von der Regierung staatliche und bundesstaatliche Projekte angeboten, wie Projeto Pioneiros, Bolsa Escola, Mães Pioneiras (Projekte, welche die Familien monatlich mit einem kleinen Beitrag unterstützen, wenn die Familien z.B. in den Projekten mitarbeiten oder ihre Kinder jeden Tag regelmässig in die Schule schicken). Andere Familien leben von Fischerei in den Flüssen Araguaia und Tocantins, (der Zusammenfluss dieser beiden Flüsse ist der Ursprung fuer den Namen der Region “Bico do Papagaio”) und wieder andere unterhalten sich durch die angebotenen Arbeitsplätze der Stadtverwaltung von Esperantina.



Gegen Armut, gegen Alkohol, Drogen und Prostitution möchte Obra Kolping do Brasil ein Zeichen setzen, indem Bildung, Weiterbildung, Freizeitgestaltung, Familienbetreuung und Arbeitsmöglichkeiten angeboten werden. Eine Hühneraufzucht wird bereits betrieben.

Gemeinsam mit unseren brasilianischen Helfern haben wir angefangen ein Haus zu errichten.Es soll zwei Leiterzimmer, eine Küche, zwei Sanitärräume und einen Schulungsrau erhalten. Die Idee unseres Einsatzes war, nicht nur Geld zu geben, sondern aktiv mit zu helfen, gemeinsam zu arbeiten, die jeweilige Mentalität der Menschen unterschiedlicher Herkunft kennen zu lernen und partnerschaftlich zu arbeiten, im Geiste Adolf Kolpings. Wir wollten auch voneinander lernen, die jeweilige Lebensweise und Kultur erleben. Daher wurden wir während des Aufenthaltes in Esperantina im Pfarrhaus unter einfachen Bedingungen untergebracht.

Unsere Partner hatten ein Programm vorbereitet, das es uns ermöglichte nicht nur die Kolpingfamilien in Tocantins kennen zu lernen und Kleinbauernprojekte zu besichtigen sondern auch die fantastische Flusslandschaft des Rio Arraguia und des Rio Tocantins kennen zu lernen.